Sonntag, 4. März 2007

Kirche im 19. Jh

Seit der Reformation werden die deutschen Landeskirchen von den Landesherren geleitet (Landesherrliches Kirchenregiment): Staat und Kirche sind eng verbunden, Pfarrer erscheinen als Staatsbeamten. Im 19. Jh. erweisen sich Staat und Kirche für die gewaltigen gesellschaftlichen Veränderungen völlig überfordert. Während immer mehr Menschen verarmen (Pauperismus), die Bevölkerung gewaltig zunimmt und in die Sädte zieht. stehen Staat und Kirche geradezu abseits.
Die Industrielle Revolution beginnt, die Wirtschaft strebt nach möglichst hohen Gewinnen, der Staat profitiert von der Wirtschaftsstärke seines Landes (Aufstieg Preußens durch zwei Industriegebiete an Ruhr und in Schlesien begünstigt) und beschützt die Unternehmen. Die Kirche steht auf Seiten des Staates. So sehen sich die Arbeiter weithin allein gelassen.
Kein Wunder, dass die Menschen nach anderen Helfern suchen: Staat, Wirtschaft und Kirche helfen nicht. Als Karl Marx seine materialistische Weltsicht veröffentlicht, passt sie gut zu den Erfahrungen der Menschen. Im Kommunistischen Manifest unterscheidet er zwei Klassen: Kapitalisten und Proletarier, die einander gegenüberstehen und bekämpfen. Zwischen ihnen Herrscht ein Klassenkampf. Die Proletarier haben nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen.